Ich habe aus deiner Hand geatmet,
habe all deine Farben gesehen und mehr
deine tausend Gesichter
habe so viel gefunden
und keine Worte es zu verraten




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Einen Raum gibt es in meinem Museum. Einen voller Farbe. Einen einzigen Raum, gefüllt mit Leid und Schmerz und Liebe und Hoffnung und Farbe. Musik liegt über allem. An der Decke prankt ein Buntfalke. Der Buntfalke.
Es ist ein einziger Raum. Er ist verboten. Die Tür ist versiegelt mit schwarzer Plaque.
2.2.18 23:00


Das Museum meines Lebens. Irgendwann da kommt der Tag, an dem ich durchlaufen muss durch all die Räume. Diese vielen Räume voll von leeren Bilderrahmen. Weiße Leinwände ohne Farbe. Inhaltsleer ist jeder einzelne Raum. Ein Spiegelbild meines Lebens.
Ertrunken bin ich. Wieder mal in all dem weiß. Ertrunken in Gleichtönigkeit. Wie stets.
2.2.18 22:31


Süchtig bin ich. Süchtig nach dem Leben. Wie ein Kind stehe ich vor einer Glasscheibe. Gesicht und Hände presse ich gegen diese unsichtbare Wand, um nur möglichst nah heran zu kommen. Mit grünem Neid in meinen Augen starre ich hinein ins Leben. Sehe Freude, Liebe, Lachen, Zeit dort drinnen tanzen miteinander und zum Greifen nah an mir vorüber ziehen. Mir ist das Herz so schwer, die Kehle brennt vor Hunger, alles in mir sehnt sich danach teilzunehmen. Ein Abhängiger bin ich auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Auf der Suche nach dem einen letzten Kick. Ich könnte die Tür öffnen und mich hinein begeben. Zu den Freunden und Geliebten. Könnte all zu leicht mich hineinstürzen ins Leben. Doch ich weiß, ich würde gefangen in diesem unendlichen Sog und erbarmungslos ertrinken. Also bleibe ich stark und standhaft. Gebe der Schwäche, dem Drang nicht nach. Bleibe in Sicherheit hinter kaltem Glas. Ich bin süchtig. Süchtig nach dem Leben. Doch ich kann diese Sucht bezwingen.
30.12.17 22:43


Fliegen möchte ich und mich erheben in die Lüfte. Möchte all die verbrannte Erde hinter mir lassen und den Geruch von schwelenden Feuern. Um mich herum nur Elend und Trostlosigkeit. Leben, das zuende geht. Wie gerne würde ich sie ausbreiten, meine Schwingen. Mich endlich zur Gänze entfalten, den Kopf erheben in Stolz und das alles hinter mir lassen. Doch ich liege in meinen eigenen Ketten aus Niedergeschlagenheit und Negativität. Die Kraft, sie zu sprengen, habe ich nicht. Stattdessen beuge ich mein Haupt in Schande und kühle die Erde mit meinen Tränen.
9.12.17 21:45


Ich bin ich. Doch bin ich Tag und Nacht.
Wenn draußen langsam der Mond aufgeht und ich bei mir bin, ganz im Zentrum, dann ist dort Erde unter meinen Füßen. Ich kann das Gras fühlen in der Dunkelheit, ich kann es riechen. In der Nacht, da kann ich atmen und frei sein. Im Sternenlicht kann ich tanzen und trage ein Lächeln im Gesicht. Nachts gibt es eine Zukunft, gibt es Hoffnung. Und ganz, ganz selten, wenn der Moment es mir vergönnt, dann spüre ich diese eine zarte Hand auf meiner Schulter, diesen federleichten Kuss auf meiner Wange, spüre meine Lichtgestalt.
Doch kaum ist die Nacht vorbei und draußen geht die Sonne auf, dreht die Erde sich so rasend schnell, dass ich mich selbst alsbald verlier. Ohne Zentrum, ohne Kern irre ich durch jeden Tag. Stets den Blick gerichtet auf die nächste Arbeit, die nächste Pflicht, das nächste Dringend, nächste Jetzt. Keuchend vor Erschöpfung, mit immer müdem Rücken ob all der Verantwortung. So schleppe ich mich durch die Stunden und ohne Zeit für eine Rast merke ich nur nebenbei, dass irgendetwas fehlt. Merke ich nur nebenbei und ohne, dass es Beachtung verdiente unter all der Last; merke ich nur nebenbei, dass unter meinen Füßen kein Boden mehr ist, dass ich mich hebe und senke in ewig gleichen Wellen. Hielte ich inne für einen Moment, so könnte ich es schmecken in der Luft. Das Salz der Meeresluft. Vielleicht kann ich deshalb nicht still stehen am Tag. Weil ich die Erkenntnis nicht ertragen könnte. Dass ich allein schwimme in einem endlosen Ozean.
Ich bin Ich. Das gleiche Ich am Tag wie in der Nacht. Bin beides Ich und doch nicht das selbe. Tag oder Nacht. Niemals ein Ganzes, so lange sie sich nicht vereinen.
29.11.17 21:13


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