Die Stille ist unsere Freundin,

trägt alles, was zu zart ist für Sprache -

trägt es von mir zu dir, von dir zu mir.




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Fliegen möchte ich und mich erheben in die Lüfte. Möchte all die verbrannte Erde hinter mir lassen und den Geruch von schwelenden Feuern. Um mich herum nur Elend und Trostlosigkeit. Leben, das zuende geht. Wie gerne würde ich sie ausbreiten, meine Schwingen. Mich endlich zur Gänze entfalten, den Kopf erheben in Stolz und das alles hinter mir lassen. Doch ich liege in meinen eigenen Ketten aus Niedergeschlagenheit und Negativität. Die Kraft, sie zu sprengen, habe ich nicht. Stattdessen beuge ich mein Haupt in Schande und kühle die Erde mit meinen Tränen.
9.12.17 21:45


Ich bin ich. Doch bin ich Tag und Nacht.
Wenn draußen langsam der Mond aufgeht und ich bei mir bin, ganz im Zentrum, dann ist dort Erde unter meinen Füßen. Ich kann das Gras fühlen in der Dunkelheit, ich kann es riechen. In der Nacht, da kann ich atmen und frei sein. Im Sternenlicht kann ich tanzen und trage ein Lächeln im Gesicht. Nachts gibt es eine Zukunft, gibt es Hoffnung. Und ganz, ganz selten, wenn der Moment es mir vergönnt, dann spüre ich diese eine zarte Hand auf meiner Schulter, diesen federleichten Kuss auf meiner Wange, spüre meine Lichtgestalt.
Doch kaum ist die Nacht vorbei und draußen geht die Sonne auf, dreht die Erde sich so rasend schnell, dass ich mich selbst alsbald verlier. Ohne Zentrum, ohne Kern irre ich durch jeden Tag. Stets den Blick gerichtet auf die nächste Arbeit, die nächste Pflicht, das nächste Dringend, nächste Jetzt. Keuchend vor Erschöpfung, mit immer müdem Rücken ob all der Verantwortung. So schleppe ich mich durch die Stunden und ohne Zeit für eine Rast merke ich nur nebenbei, dass irgendetwas fehlt. Merke ich nur nebenbei und ohne, dass es Beachtung verdiente unter all der Last; merke ich nur nebenbei, dass unter meinen Füßen kein Boden mehr ist, dass ich mich hebe und senke in ewig gleichen Wellen. Hielte ich inne für einen Moment, so könnte ich es schmecken in der Luft. Das Salz der Meeresluft. Vielleicht kann ich deshalb nicht still stehen am Tag. Weil ich die Erkenntnis nicht ertragen könnte. Dass ich allein schwimme in einem endlosen Ozean.
Ich bin Ich. Das gleiche Ich am Tag wie in der Nacht. Bin beides Ich und doch nicht das selbe. Tag oder Nacht. Niemals ein Ganzes, so lange sie sich nicht vereinen.
29.11.17 21:13


Auf dem Rücken liegt es dort im grünen Gras, das kleine Mädchen. Den Kopf in die Arme gebettet und die Beine weit von sich gestreckt. Die blonden Locken in Wellen um sich ausgebreitet. liegt es einem Engel gleich inmitten all der Blüten. Ein rotes Feld aus Mohnblumen, Punkte weißer Margarithen und Schafgarben, im Hintergrund leuchten gelber Raps und violette Disteln. Die Luft durftet nach Leben. Die Luft ist Leben in ständiger Bewegung der vielen Insekten. Inmitten all dessen liegt das kleine Mädchen dort und starrt hinauf in den blauen Himmel. Starrt hinauf aus toten Augen.
25.11.17 21:32


So oft war ich ein großartiger Mensch in der Vergangenheit. Auf so viele Situationen blicke ich zurück voll Stolz auf den Menschen, der ich war. Meine Augen glänzen so oft und das Herz schlägt voll Wehmut im Gleichklang mit meinem früheren Selbst. Ich kann nachempfinden wer ich war. Ich liebe, wen ich damals im Spiegel sah.
Doch ich zerbreche, wenn ich den Blick heute wage.
Denn nichts habe ich aus der Vergangenheit gelernt. Kein einziger Fehler hat mich wirklich etwas gelehrt. Keine Schande hat wirklich eine Veränderung bewirkt. Unverändert bin ich seit Jahren schon. Und doch auch nicht mehr, wer ich damals war.
Unfähig, mich wirklich weiter zu entwickeln. Unfähig, wirklich zu lernen und über die Reue und das Versagen hinaus zu wachsen. Unfähig, den nächsten Schritt zu tun.
Stattdessen habe ich mich begraben. Es ist ein Totengesicht, dass mir nunmehr aus dem Spiegel entgegen starrt. Hab ich in der Hand auch Pinsel voller Farbe, werde ich dies nur schwerlich ändern können.
12.11.17 20:27


Den Bleistift in der Hand, eine Farbpalette nehmen mir. Vor mir ein weißes Blatt Papier. Ich starre darauf. Es wird größer mit jeder Minute. Tiefer. Lebendiger. Ein riesiges Nichts, das sich ausbreitet um mich herum und mich zu verschlingen droht. Ausstrecken muss ich meine Hand und eine Linie ziehen auf dem Blatt. Nur eine Linie. Eine einzige. Einen Anfang schaffen. Und dann Linie für Linie ein neues Bild zeichnen und mit Farbe und Leben füllen. Doch beginnen muss ich mit nichts weiter als einer einzigen Linie. Aber wo sie setzen auf diesem riesen großen Blatt Papier? Wo sie setzen in diesem weißen Nichts und dabei gewiss sein, das Bild nicht direkt zu ruinieren?
5.11.17 21:45


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