Die Stille ist unsere Freundin,

trägt alles, was zu zart ist für Sprache -

trägt es von mir zu dir, von dir zu mir.




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Der Blick auf mich selbst fällt mir nicht leicht. Der Spiegel hat Staub angesetzt, das Silber ist beschlagen. Zu lang ist es schon her, dass der Mut dafür vorhanden war. Zu schwach war lange Zeit mein Arm, als dass er hätte ein Poliertuch heben können. Zu groß die Furcht, was die Wahrheit ans Licht bringen möge.
Es gab einst Ruhe in mir und Frieden. Immer Kummer und Enttäuschung. Wut und Trauer. Hoffnung. So viel Liebe. Und Angst. Ich fühlte mich stets verloren und wusste doch genau, wer ich war. Was ich war. Am Leben. Neben allem anderen war ich doch stetes am Leben. Diese Gewissheit ist nun fort.
Ich laufe noch, bewege mich. Atme, rede, esse. Doch es fühlt sich hohl an. Ohne Sinn, ohne Ziel. Bloßes Tun, weil ich es muss. Weil man das so macht. Die Freude fehlt dabei. Die Freundschaft. Die Musik. Die Liebe und das Leben.
Schau ich jetzt in mich hinein, seh ich dort verbrannte Erde und tote Gärten. Ich sehe diese Drei, die soviel mehr sind als die bloße Ansicht offenbart. Sehe sie am Boden liegen Hand hin Hand, von Asche zugedeckt. Tot sind sie noch nicht, doch es fehlt nicht viel.
Hoffnung vergeht erst, wenn der letzte Atemzug getan. Doch es muss sich etwas ändern. Bald kenne ich mich selbst nicht mehr. Ich brauche diesen einen Blick, der die Sonne entflammt. Dieses eine gehauchte Wort, das Wind und Wasser mit sich trägt. Ich brauche diese eine Hand auf meiner Haut, die den Tod abstreift. Ich muss aufstehen und auf die Suche gehen.
7.10.17 20:17


Nur dem eigenen Gewissen verpflichtet. Nur mir selbst. Nur mir selbst. Und all jenen, die Teil sind von mir.
3.10.17 22:21


Ich ertrinke. Langsam, aber unerbittlich. Seit einigen Wochen schon. Ich bin allein auf weiter See. Niemand ist dort, der es bemerkte. Doch ich sinke. Langsam aber unaufhörlich. Vollendst umgeben bin ich von Wasser. Die Luft wird mir knapp und die Kehle brennt von Salz.
1.10.17 02:35


Sie sind noch dort draußen, die Flüche der Vergangenheit. Der schwarze Fleck und alle, die ihm glichen. Die Narben sind noch da auf meinem Herzen, die sie hinterließen. Sie sind hart und unbeweglich, sie zwicken und spannen bei jedem Schlag. Ich bin den Schmerz so sehr gewohnt, dass ich seiner kaum mehr gewahr bin.
Nur in den Stunden der Nacht, wenn die Welt zur Ruhe kommt und meine Gedanken, wenn endlich Zeit ist nur für mich und der Alltag sich schlafen legt, erst in der Stille der Dunkelheit kann ich es wieder fühlen. Dann kann ich sie alle wieder sehen, hören, spüren. Erst dann fühle ich mich wieder echt, wenn ihre Wärme mich umgibt. Nur in den Stunden der Nacht.
Die Vergangenheit bindet mich. Doch ohne sie bin ich verloren. Ich bin verflucht, so lange schon, dass ich nicht weiß, wer ich ohne bin. Wer ich bin, wenn ich sie vergesse.
1.10.17 02:11


Zurück in seine Höhlen kriecht er, der Grauwolf. An den Küsten trieb er sich herum lange Zeit. Hat gesucht und gewartet, gefleht und geheult. Doch seine Geduld ist nicht unerschöpflich. Seinen Hunger muss er stillen, selbst wenn es bedeutet, ein anderes Opfer zu suchen. Er kehrt dem Wasser den Rücken, doch die Ohren hält er offen. Es wird ihm nicht entgehen, sollte ich das Land betreten.
Doch ich schwimme. Schwimme fort, nur fort. Um zu überleben.
4.6.17 00:28


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