Die Stille ist unsere Freundin,

trägt alles, was zu zart ist für Sprache -

trägt es von mir zu dir, von dir zu mir.




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Es wird Zeit, die Leinwand zu tilgen. Das Terpentin zu nehmen in die Hand und über die Farbe zu gießen, auf dass es auslösche, was so lange war.
Es wird Zeit, ein weißes Blatt zu nehmen und einen Stift, und neu zu erschaffen, was noch nie gewesen ist.
30.10.17 21:44


Der Blick zurück über Jahr um Jahr zeigt mir doch stets das gleiche Bild. Jedes Jahr das gleiche Leid, der gleiche Kummer und doch nichts, das ich gelernt habe. Blind bin ich in meinem Wahnsinn. Furchtbar dumm in meiner Blindheit. Ein kleines Kind in meiner Dummheit. So wie ich das kleine Mädchen bin, so bin ich auch der Vogel. Selbst verschuldet sitze ich im Käfig hinter Gittern. Den Blick stets aus dem Fenster gewandt hinaus in den blauen Himmel. Die Freiheit ignorierend, die hinter der offenen Tür in meinem Rücken wartet. Zu sehr auf das Offensichtliche fokussiert, um die verborgenen Möglichkeiten zu sehen. Den Scheuklappen erlegen, die so lange schon meinen Weg bestimmen.
22.10.17 22:46


Der Blick auf mich selbst fällt mir nicht leicht. Der Spiegel hat Staub angesetzt, das Silber ist beschlagen. Zu lang ist es schon her, dass der Mut dafür vorhanden war. Zu schwach war lange Zeit mein Arm, als dass er hätte ein Poliertuch heben können. Zu groß die Furcht, was die Wahrheit ans Licht bringen möge.
Es gab einst Ruhe in mir und Frieden. Immer Kummer und Enttäuschung. Wut und Trauer. Hoffnung. So viel Liebe. Und Angst. Ich fühlte mich stets verloren und wusste doch genau, wer ich war. Was ich war. Am Leben. Neben allem anderen war ich doch stets am Leben. Diese Gewissheit ist nun fort.
Ich laufe noch, bewege mich. Atme, rede, esse. Doch es fühlt sich hohl an. Ohne Sinn, ohne Ziel. Bloßes Tun, weil ich es muss. Weil man das so macht. Die Freude fehlt dabei. Die Freundschaft. Die Musik. Die Liebe und das Leben.
Schau ich jetzt in mich hinein, seh ich dort verbrannte Erde und tote Gärten. Ich sehe diese Drei, die soviel mehr sind als die bloße Ansicht offenbart. Sehe sie am Boden liegen Hand hin Hand, von Asche zugedeckt. Tot sind sie noch nicht, doch es fehlt nicht viel.
Hoffnung vergeht erst, wenn der letzte Atemzug getan. Doch es muss sich etwas ändern. Bald kenne ich mich selbst nicht mehr. Ich brauche diesen einen Blick, der die Sonne entflammt. Dieses eine gehauchte Wort, das Wind und Wasser mit sich trägt. Ich brauche diese eine Hand auf meiner Haut, die den Tod abstreift. Ich muss aufstehen und auf die Suche gehen.
7.10.17 20:17


Nur dem eigenen Gewissen verpflichtet. Nur mir selbst. Nur mir selbst. Und all jenen, die Teil sind von mir.
3.10.17 22:21


Ich ertrinke. Langsam, aber unerbittlich. Seit einigen Wochen schon. Ich bin allein auf weiter See. Niemand ist dort, der es bemerkte. Doch ich sinke. Langsam aber unaufhörlich. Vollendst umgeben bin ich von Wasser. Die Luft wird mir knapp und die Kehle brennt von Salz.
1.10.17 02:35


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