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Was mir das wichtigste im Leben ist, fragte mich vor einiger Zeit jemand.
Meine Familie, dachte ich kurz. Vielleicht, weil es sich so gehört. Ich liebe meine Familie, doch das Leben ist endlich und es ist gut so. Tod gehört zum Leben dazu und ich kann ihn akzeptieren. Ich kann sie gehen lassen.
Meine Tiere, dachte ich kurz. Vielleicht, weil ich die Verantwortung für sie habe. Und es ist wahr, sie sind abhängig von mir und Sein ohne sie ist eine schwierige Vorstellung. Doch auch sie sind dem Tod unterworfen und werden eines Tages gehen mit all meiner Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.
Mein Job, dachte ich kurz. Vielleicht, weil die meisten wachen Stunden meines Tages ich in Gedanken an ihn, in ihm, über ihn verbringe. Doch auch wenn er viel mehr über mich aussagt als mir lieb ist, so macht er mich nicht aus. Zwar empfinde ich ihn als Berufung, doch weiß ich, dass ich mein Glück nicht in ihm finden kann, und - wenn ich nur erst die Angst hinter mir gelassen hätte - ich ihn hinter mir lassen könnte genau für jenes.
Die Liebe, dachte ich kurz, ist sie doch, wonach wir uns alle sehnen, nicht wahr? Doch sie hat mich stets enttäuscht. Weiß ich überhaupt wie sie sich anfühlt in Gegenseitigkeit? In der Rückschau war sie doch stets nicht mehr als Lug und Trug. Auch sie bringt mir nicht mein Glück.
Lange habe ich über diese Frage nachgedacht und die richtige Antwort darauf. Ich weiß nicht, ob ich sie gefunden habe, ob es sie überhaupt als feste Größe gibt, oder ob sie sich nicht ändert und entwickelt zusammen mit dem Selbst. Doch ich bleibe immer wieder hängen an zwei Dingen.
Der Kontakt zu meinem Selbst. Ihn habe ich vor langer Zeit verloren und ich wünsche ihn mir schmerzlich zurück. Lange Jahre durfte ich ihn auf besondere Weise erfahren, durfte ihn erleben als verschiedene Charaktere, durfte ihn beobachten in meinem eigenen Seelengarten. Schloss ich die Augen, so lüftete sich der Nebel und ich konnte es vor mir sehen. Sah es, roch es, fühlte es, war es. Mein Selbst in so vielschichtiger Personifikation, dass es manchmal wirklich schwierig war, mich selbst zu verstehen, aber doch immer inspirierend, wahr und echt. Oftmals düster, doch immer von der Hoffnung beseelt. Blumen wuchsen und Städte wurden zerstört, Schiffe zerschellten im großen Sturm und meine Wesen gingen mir verloren. Ich weiß nicht, ob sie noch am Leben sind, oder ob mein Alltag sie verhungern ließ. Die Ungewissheit schmerzt und lässt mich leer zurück. Der Kontakt zu mir Selbst, er ist mir eines der wichtigsten. Eines Tages werde ich die Türen wieder öffnen, wird der Nebel sich verzogen haben, wird er wieder vor mir liegen, mein Seelengarten, mit all dem Leben in ihm.
Freiheit. Freiheit ist gleichermaßen etwas, das noch vor mir liegt und vielleicht auch sehr lang zurück. In meiner Kindheit muss ich frei gewesen sein, ich erinnere es nur nicht mehr. Der Rückblick zeigt mich stets in Ketten. Gebrochene Fesseln wollte ich einst sichtbar tragen, um mir täglich vor Augen zu führen, dass sie nicht echt sind. Doch es wäre eine Lüge gewesen. Noch sind sie da. Noch bin ich gekettet an die Furcht und an den Buntfalken. Seinetwegen steuere ich das Schiff vor jede Klippe, seinetwegen stürze ich mich in jeden Abhang. Seinetwegen hänge ich an der Angst. Oder wegen der Angst an ihm? Es wird der Tag kommen, an dem ich frei bin von ihm und von der Angst. Der Tag, an dem ich sein kann ohne Fesseln. Freiheit ist mir eines der wichtigsten.
12.6.14 22:38
 


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