Ich habe aus deiner Hand geatmet,
habe all deine Farben gesehen und mehr
deine tausend Gesichter
habe so viel gefunden
und keine Worte es zu verraten

by Hans Kruppa




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Die schwarze Plaque auf meinem Herzen hab ich lang nicht mehr gesehen. Es fehlte die Zeit und die Muße, um dorthin zu schauen. Zu groß die Furcht gewesen, um mein Herz in die Hand zu nehmen. Doch jetzt, nach all der Zeit, all den Jahren, jetzt, mit einer neuen Zukunft vor mir, jetzt kann ich es wagen.
Die schwarze Plaque hat mich so lang bestimmt. Ich kann nicht glauben, dass sie fort sein soll. Nein, gegangen ist sie nicht. Sie wird mich nie verlassen. Aber eingezogen ist sie und verschmolzen mit dem Ich, das ich jetzt bin. Einst lag sie schwer auf meinem Herzen. Jeder Schlag schmerzte. Jedes neue Gefühl war doch nur Leid. Mit aller Macht habe ich sie fortzustoßen versucht.
Die schwarze Plaque ist ein Teil von mir. Lange habe ich gebraucht, es zu verstehen. Erst als ich sie annahm, ließ sie mein Herz los und versank in mir. Dieser eine Schmerz ist fort, die Plaque nicht mehr zu sehen. Doch verlassen wird sie mich nie. Und mir stets eine leise Mahnung sein. Sie ist in mir. Aber nun gibt es wieder Hoffnung auf Farbe in mir.
13.10.18 21:27


Eingerahmt hängt er nun an meiner Wand der Schande. Gesäumt von all jenen, denen mein Einsatz, meine Opferbereitschaft, meine Selbstaufgabe nicht genügt haben. Er hängt zwischen all jenen, über die ich mich verloren habe. Auch dieses Band musste ich am Ende trennen, um mich selbst zu schützen. Hatte ich auch anderes gehofft.
Der Tag wird kommen, an dem es nur noch sanfte Wehmut ist in meinem Herzen und Zärtlichkeit. Der Tag wird kommen, an dem all der Schmerz und Groll bedeutungslos geworden sind über dem gemeinsam Erlebten. Es wird mir mit dem Grauwolf ergehen wie mit allen anderen, die ich liebte zuvor.
11.10.18 22:47


Erinnerung ist der Filter, der mein Leben weichzeichnet. All die harten Ecken und Kanten, an denen ich mich nur all zu oft gestoßen habe und verletzt, werden rund geschliffen und glatt poliert. All die dunklen Farben werden heller und die Kontraste kleiner mit jedem Tag. Alles wird ruhiger und friedlicher. Weniger scharf. Jeder Blick zurück gefällt ein wenig mehr. Jeder Blick zurück entfernt mich etwas mehr von der Wahrheit.
10.10.18 20:48


Dünnhäutig fühle ich mich zurzeit. Irgendwie flüchtig. Ohne Substanz in der Zwischenwelt gefangen. Gerade ist alles möglich. So viele Wege liegen vor mir. So viele Zukünfte und Leben. Gerade kann ich sein wer immer ich sein möchte. Doch bis ich mich entschieden habe, drücke ich auf Pause und bleibe hier.
28.9.18 15:32


Nun also liegt er gefesselt zu meinen Füßen. Trauer zeichnet mein Gesicht, während ich herabblicke auf die dunkle Gestalt dort am Boden. So lang hat er mich verfolgt. So groß und mächtig schien er mir. Jahrelang. Er hätte die Sonne verdunkelt, wenn er dadurch nur mich in seine Klauen bekommen hätte. Ich war auf der Flucht. Jahrelang. Nun liegt er gebrochen vor mir und ganz klein. Die Schnauze ist ihm zugebunden, so dass kein Laut seiner Kehle entrinnt. Er ist in meine Falle getappt. Meine Tränen benetzen sein Fell, als ich mich zum Abschied herunter beuge und sanft sein glänzendes Fell streichle. Dieses Ende hatte ich nicht für ihn gewollt. Dieses Ende hatte er nicht verdient. Doch es hatte geheißen "er oder ich". Sein Bann musste gebrochen werden. Der Grauwolf hat mir keine andere Wahl gelassen.
16.9.18 22:29


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