"What a shame to love only once. I've heard some men can manage twice or even more."
"I am only a fool once. Never will I love again."

The Wise Man's Fear - Patrick Rothfuss




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So ist es immer mit Erwartungen. Gibt es keinen Kampf, können sie nichts anderes als eine Enttäuschung sein.
24.1.20 23:20


Diese Geschichte in meinem Kopf ist solange schon die selbe, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich die erste Seite aufgeschlagen habe. Die "Ich bin nicht gut genug"-Seite. "Ich bin niemals gut genug". Diese Geschichte lese ich schon seit der frühen Teenagerzeit, vielleicht noch länger. Meine Partner haben mir abends aus dieser Geschichte vorgelesen bis sie wie selbstverständlich zu uns gehörte. Wer mir in der Zwischenzeit anderes erzählen wollte, dessen Stimme hatte nie genügend Kraft mich vom Gegenteil zu überzeugen. Die meisten sprachen doch nur aus Eigennutz für mich und nicht, weil sie selbst wirklich daran glaubten. Die meisten sprachen nur für mich, weil sie glaubten es sei, was ich hören wolle, um zu ihnen zu kommen. Um meinerseits ihre eigene Geschichte zu unterstützen, die doch viel selbstbewusster war als meine eigene. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht sind auch sie dort draußen nur auf der Suche nach jemandem, der sie davon überzeugt, dass die Geschichte in ihrem Kopf nicht wahr ist. Vielleicht sind wir alle nur auf der Suche nach jemandem, der eine neue Geschichte in unserem Kopf aufschlagen kann. Also wer bin ich, sie zu verurteilen, weil sie nicht ausreichend an mich glauben? Nicht derart an mich glauben, dass ich selbst dieses Buch in meinem Kopf schließen kann? Ich bin nicht besser als alle anderen dort draußen.
30.12.19 21:21


A quote to think about

Chronicler shook his head and Bast gave a frustrated sigh. "How about plays? Have you seen The Ghost and the Goosegirl or The Ha'penny King?"
Chronicler frowned. "Is that the one where the king sells his crown to an orphan boy?"
Bast nodded. "And the boy becomes a better king than the original. The goosegirl dresses like a countess and everyone is stunned by her grace and charm." He hesitated, struggling to find the words he wanted. "You see, there's a fundamental connection between seeming and being. Every Fae child knows this, but you mortals never seem to see. We understand how dangerous a mask can be. We all become what we pretend to be."
Chronicler relaxed a bit, sensing familiar ground. "That's basic psychology. You dress a beggar in fine clothes, people treat him like a noble, and he lives up to their expectations."
"That's only the smallest piece of it," Bast said. "The truth is deeper than that. It's..." Bast floundered for a moment. "It's like everyone tells a story about themselves inside their own head. Always. All the time. That story makes you what you are. We build ourselves out of that story."
Frowning, Chronicler opened his mouth, but Bast held up a hand to stop him. "No, listen. I've got it now. You meet a girl: shy, unassuming. If you tell her she's beautiful, she'll think you're sweet, but she won't believe you. She knows that beauty lies in your beholding." Bast gave a grudging shrug. "And sometimes that's enough."
His eyes brightened. "But there's a better way. You show her she is beautiful. You make mirrors of your eyes, prayers of your hands against her body. It is hard, very hard, but when she truly believes you..." Bast gestured excitedly. "Suddenly the story she tells herself in her own head changes. She transforms. She isn't seen as beautiful. She is beautiful, seen."
"What the hell is that supposed to mean?" Chronicler snapped. "You're just spouting nonsense now."
"I'm spouting too much sense for you to understand," Bast said testily. "But you're close enough to see my point.


Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
10.12.19 23:18


So zeigt sich also, was ich schon lange vermutet habe. Dass mein König in Wahrheit doch nur ein Bauer gleich mir ist. Blenden lassen hab ich mich von Hoffnungen und Träumen und falschen Worten. Mit der Gewissheit zerplatzt eine weitere meiner Seifenblasen und ein Stein fällt mir vom Herzen.
8.12.19 15:43


Soll also dieses das Geheimnis sein, das ich so sehr verborgen halte sogar vor mir selbst? Dass ich mir wenig mehr wünsche als endlich anzukommen? Dass ich meiner Reise ein Ende wünsche und dem Alleinsein? Dass ich dem König folge, weil er die Familie für mich hat, die ich mir entgegen aller Annahmen tief in mir drin versteckt vielleicht doch wünsche? Habe ich eine Wahrheit Jahrzehnte lang vor mir verleugnet? Oder ist es nur der Nebel und die verschwommene Welt dort draußen, die mir fremde Gedanken ins Ohr flüstern? Aber warum dann dieser Stich ins Herz?
21.11.19 20:56


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