"What a shame to love only once. I've heard some men can manage twice or even more."
"I am only a fool once. Never will I love again."

The Wise Man's Fear - Patrick Rothfuss




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Eingezwängt in eine Haut bin ich, die sich nicht wie meine anfühlt. Sie ist ein Anzug wie aus Latex, Fremdmaterial, verwachsen mit mir. Abstoßen will ich sie und auf dem rohen, wunden Fleisch mir eine neue Haut wachsen lassen. Eine Haut, die sich wie meine anfühlt.
17.9.19 00:27


Überlaufen möchte es, das Meer aus Tränen. Ist so prall gefüllt, dass es nicht mehr passt in seine Tiefen. Über die Ufer treten die Tränen und wollen den Boden überfluten, wollen neues Leben mit sich in die Wüste bringen. Doch die Erde ist so trocken, Sand wohin das Auge reicht und Hitze in der Luft, dass die Tränen nutzlos verdunsten und versickern. Sie schaden nicht, sie nützen nicht. Es ist, als hätten sie ihr Meer nie verlassen. Als wären sie nie zu viel gewesen. Sie verlassen ihre Grenzen und bewegen doch nichts. Sie sind vergeudet.
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Du warst nie ein Gott für mich. Makellos, erhaben auf der weißen Wolke weit über meinem Kopf. Meine Schritte und Gedanken führend mit sanfter Hand und gütiger Strenge. Nein. Du warst nie ein Gott für mich. Für mich warst du immer der Mensch, der du bist, mit all deinen Fehlern und Schwächen. Gerne wollte ich mich von dir führen lassen. Aber doch nicht auf Gedeih und Verderb. Du warst kein Gott für mich. Du warst mir ein Partner auf dem Weg zu unserem Traum. Wenn du dich irrtest, dann wollte ich die Richtung halten. Denn wir hatten doch das gleiche Ziel. Du warst kein Gott für mich. Und als der Mensch, der ich bin, als der Mensch, den zu formen du dennoch die Macht hattest, habe ich es gewagt, meinen eigenen Willen zu behalten. Soll dies also mein Verbrechen sein? Hast du mich deshalb aus dem Garten Eden hinaus geworfen? Weil ich nur den Menschen, der du bist, und nicht den Gott, der du sein willst, in dir gesehen habe?
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Langsam blättert es ab, das Gold von seiner Krone. Ihr Glanz verliert sich und wird stumpf im grauen Alltagsbrei. Eine Zacke wirkt ein wenig verbogen. Beinahe möchte man glauben, es sei alles nur Lug und Betrug gewesen und sein Königreich nur Schauspiel. Doch so ist es nicht. Seine Macht gründet nicht in der Krone allein. Mag ihr Schein zunächst die Bauern fangen, so liegt es doch an ihm, dass sie bleiben in seinem Reich. Wenn er es will, dann ist er mein König und ich bin sein Bauer.
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Manchmal ist Veränderung zu viel. Zu viel auf einmal. Wenn man sein Seelenchaos aufräumen will, dann ist es nicht gut, zu viel auf einmal zu bewegen. Es tut zu sehr weh. Der Schmerz hält einen davon ab, die Dinge wirklich fortzuwerfen. Wenn man zu viel auf einmal verändern will, dann bewegt man das Chaos doch nur von einer Ecke zur anderen. Es ist dann neu in einem drin und man fühlt sich besser. Doch es tut trotzdem weh. Und man hat keinen Ballast entsorgt. Man trägt ihn weiter mit sich rum und belohnt sich doch mit Schmerz für seine nicht getane gute Arbeit.
Es war zu viel für mich an diesem Wochenende. Zu viel Veränderung auf einmal. Es hat mein Seelenchaos durcheinander gebracht, dass es mir weh tut. Doch es wäre eine Lüge zu sagen, ich sei jetzt aufgeräumter.
15.9.19 23:49


Baden will ich mich in seinem Glanz, solange sein Strahlen auf mich fällt. In seiner Wärme will ich mich sonnen, bis mir die Kälte seiner Gleichgültigkeit entgegen schlägt.
12.9.19 01:24


Dieses Gefühl ist doch so sehr wie damals. Diese Faszination, wenn der Glanz des Königs mich anzieht wie einst das Farbenspiel des Buntfalken. Doch auch die ewige Unsicherheit ob ihrer Unnahbarkeit ist sich die Gleiche. Den Falken hoch in den Lüften über mir habe ich nie erreichen können. Und auch das Herz des Königs auf seinem fernen Thron werde ich wohl nie berühren können. Dieses Gefühl ist ach so sehr wie damals. Und genau wie damals werde ich dennoch an ihm festhalten wie ein Ertrinkender sich an einem Stück Holz. Denn genau wie damals verhindert dieses Gefühl, dass ich untergehe. Mag es auch Torheit sein und nichts als Schmerz mir bringen. Dieses Gefühl, willkommen und verhasst zugleich, hält mich am Leben.
8.9.19 22:17


Eine Schildkröte bin ich ohne Panzer. Einsam schwimme ich im weiten Meer. Schutzlos und allein. Futter bin ich für die Raubvögel und nicht mehr.
25.8.19 00:31


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