"What a shame to love only once. I've heard some men can manage twice or even more."
"I am only a fool once. Never will I love again."

The Wise Man's Fear - Patrick Rothfuss




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Mir ist, als stünde ich am Fuße des Himalaya. Mein großes Ziel, mein wahres Selbst, mein innerstes Bestreben, es liegt dort oben auf dem höchsten Gipfel. Jeden Tag erklimme ich Meter um mühseligen Meter, um endlich anzukommen. Doch in der Nacht, wenn Körper und Geist zur Ruhe kommen, stürze ich den Berg wieder hinab. Jeden Tag beginne ich erneut am Fuße des Massivs. Jeden Tag erklimme ich erneut die immergleichen mühseligen Meter. Ich kämpfe jeden Tag mit Tränen verschleiertem Blick gegen mein eigenes Himalaya. Wofür die ganze Qual? Ist es diese abstrakte Idee von Glück auf dem Gipfel wirklich wert?
Manchmal wünschte ich, ich könnte eine Drohne hinaufschicken, um mich zu vergewissern.
11.12.18 20:24


So oft bin ich ertrunken in den letzten Jahren. Wieder und wieder, viele Male. Habe immer wieder diese Verzweiflung gefühlt in meinem Herzen und das brennende Salzwasser in meinen Lungen. Habe so oft um Hilfe gerufen und gefleht mit Tränen in den Augen. Doch wieder und wieder bin ich untergegangen in der Kälte. Niemand ist gekommen. Niemand hat mich gehört. Ich war allein. Und bin es noch.
Es wird Zeit, dass ich lerne, zu schwimmen. Es wird Zeit, dass ich lerne, am Leben zu bleiben. Allein.
4.3.19 22:24


Gefangen im Alltag bin ich und in der Vergangenheit. Geblendet von dem Bild, das ich in meinem Kopf einst schuf von mir. Unvermögend, diese Leinwand von dem Spiegel vor mir zu reißen und die Wirklichkeit zu sehen. Ob ich noch bin, für wen ich mich einst hielt, oder wie sehr mein Leben mich verändert hat, vermag ich nicht zu sagen. Meine Hände sind gebunden durch das ewig gleiche Tun und diesen rasenden Sog der Zeit, der immer weiter voran schreitet. Beinahe dankbar lasse ich mich von ihm tragen und fesseln, denn ich fürchte die Erkenntnis. Es ist der große Impact, den ich bräuchte, um inne zu halten und die Augen wirklich vor mir zu öffnen. Die Erschütterungen der letzten Monate waren bedeutend, aber doch nicht das Erdbeben, welches meine eigenen Ketten sprengen kann.
Es ist wie ich einst sagte. Sie sind ein Teil von mir. Ob ich sie nun sichtbar trage oder nicht, sie werden nicht rosten. Meine Ketten gehören zu mir. Von dieser Last kann ich mich nicht befreien.
Meine Sprache kann ich dennoch lernen. Mögen meine Hände auch gebunden sein und der Spiegel mir verhangen, so kann ich doch noch hören. Ich kann meine eigene Sprache lernen, nicht wahr? Und vielleicht sie eines Tages jemand anderen lehren.

Dennoch kann ich nicht verhindern, dass bis dahin mein Herz sich verzehrt nach dieser alten Sehnsucht und der Wunsch nach Freiheit wieder übermächtig wird.

Wenn ich genau hineinhöre in das Rauschen in meinem Kopf, dann klingen dort die Rufe eines Buntfalken. Vielleicht ist es das, was mir seit Jahren schon fehlt in meinem Leben. Dieser Verlust war ein Erdbeben, dessen Schäden noch immer nicht behoben sind. Es wird nie wieder, wie es vor diesem Impact war. Nach all den Jahren kann ich es noch immer nicht akzeptieren. Es hält mich nicht nur gefesselt und blind. Nein, es hält mich taub für meine eigene Stimme, betäubt vom Rauschen seiner Flügelschläge.
25.1.19 23:54


Mögen die Worte in unserer Sprache auch die gleichen sein, so reden wir doch nur allzu oft aneinander vorbei. Die Bedeutung unserer Worte müssen wir lernen, mit jedem Menschen wieder neu. Die tiefe Wahrheit dahinter ist größer als die bloße Offensichtlichkeit. Verstehen wächst mit Zeit, Geduld und Achtsamkeit. Und dem Mut, über die eigenen Grenzen hinaus zu gehen. So viele Menschen blicken im Gespräch doch stets nur auf ihr eigenes Gesicht, auf ihr eigenes Spiegelbild. Es ist stets die eigene Beschränkung, die uns gefangen nimmt.
Habe ich je gelernt, eine andere Sprache zu sprechen? Bin ich je aus meinem Kopf ausgebrochen und habe einen anderen Menschen wirklich verstanden? Und hat es jemals jemand für mich getan?
22.1.19 20:56


Ich glaube den Menschen ihre Liebe für mich nicht. Was ich selbst an mir schätze, achte, respektiere, hochhalte, ja vielleicht liebe, das kennen sie nicht. Denn es ist mein allein, ich verrate es nicht. Der öffentliche Rest von mir ist doch nicht mehr als eine Maske, mein Geheimnis zu schützen. Was also sollen sie lieben an mir? Die Fassade, von der sie denken sie sei ich? Und geht der Vorwurf nun an mich oder an sie?
Vielleicht sind sie ja weiser als ich und wissen schon längst, was ich hoffe, das ich nie anerkennen muss: dass die Maske schon längst meine Wahrheit geworden ist und mein Geheimnis keiner Rede mehr wert.
18.2.19 23:01


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